Mit diesem Blogbeitrag, der eigentlich gar kein echter ist, mache ich heute die 100 voll, tada!
Aus diesem Anlass wollte ich zum einen allen Lesern mal ein ganz herzliches DANKESCHÖN sagen und zum anderen – lange genug hab ich mir dafür Zeit gelassen – meine Blogroll veröffentlichen. Gut möglich, dass ich Blogs nicht erwähnt habe, die ich gerne lese, aber nichts ist hier in Stein gemeißelt und wird stante pede nachgetragen!
…und der 101. Artikel brennt mir schon auf den Fingern… 😉
Schon lange wollte ich mal eine Tour zum Soiernhaus machen, irgendwie hab ich das dann aus dem Fokus verloren und dieser Tage ist es mir wieder in den Sinn gekommen. Recht spontan bin ich dann am Donnerstag gegen zwei in Augsburg losgefahren, wohl wissend, dass das mit dem Aufstieg eng werden könnte. Auf diversen Webseiten war der recht lange Aufstieg von Krün über die Fischbachalm mit dreieinhalb Stunden angegeben.
Erst um kurz vor vier konnte ich am großen Wanderparkplatz in Krün bei feuchter, neblig-dampfender Luft starten. Da ich laut Angaben mit mindestens zwei Stunden bis zur Fischbachalm rechnete, hatte ich mir vorgenommen auf der Alm umzudrehen, sollte ich es nicht bis sechs Uhr schaffen. Umso erstaunter war ich, als nach gerade mal eineinhalb Stunden die Alm in Sicht kam. War ich wohl in Anbetracht des späten Loslaufens schneller (als mir gut tut) unterwegs. Damit war natürlich auch die Entscheidung gefallen weiterzugehen.
An der Fischbachalm muss man sich entscheiden zwischen dem ‚Normalweg‘ und dem Lakaiensteig, der als recht schmaler Steig die letzten 200 Höhenmeter an ausgesetztem Hang in ca. 70 Minuten hinauf zum Soiernhaus führt.
Auf dem Lakaiensteig mit Blick zum Soiernhaus am Talende
Kurz nach sieben Uhr hatte ich es geschafft, 2h45min reine Gehzeit, ordentlich erschöpft, hungrig, durstig und von der extrem feuchten
Die letzten Stufen …
Witterung durchnässt, bietet das gemütliche Soiernhaus alles, was das Wanderherz begehrt. Kalte Getränke, Schlafplätze, eine ordentliche Portion Kohlehydrate, tolle Abendstimmung und ein unglaublich nettes Hüttenwirt-Paar.
Über die Nacht lege ich Schweigen, Hüttenlagerplätze sind einfach nicht mein Ding, aber für eine Nacht geht das schon mal. Dafür habe ich mich gegen fünf Uhr früh dann doch auf den Weg gemacht, die etwas abgelegenen Toilettenhäuschen aufzusuchen und wurde mit einem wunderbaren Sonnenaufgang belohnt.
Der zweite Tag versprach also im Gegensatz zum vorherigen Nebeltag grandios zu werden. Meine Pläne habe ich zwar gleich zweimal umgeworfen, was dem Hochgefühl des Tages aber keinen Abbruch getan tat.
Ursprünglich wollte ich – wie die meisten Hüttengäste – auf die Soiernspitze, von dort die Kesselumrundung machen und nach Krün absteigen. Irgendwie war mir konditionstechnisch nach weniger Höhenmetern und ich entschied mich statt dessen für die niedrigere Schöttelkarspitze. Eine gute Idee, hatte ich doch nicht nur den Gipfel ganz für mich alleine, sondern stieß beim ca. 70minütigen Aufstieg noch auf eine Herde Gemsen und stolperte beinahe über einen Alpensalamander.
Der Blick vom Gipfel – unbeschreiblich.
Oben
Die Soiernseen, links davon das Soiernhaus
Blick zur Zugspitze
Nach ausgiebiger Gipfelrast wollte ich anschließend über den Seinkopf und die Schwarzkopfhütte steil nach Krün absteigen. Ein kleines Stück auf dem schottrig-rutschigen, sehr ausgesetzten Weg hat meinen Adrenalinspiegel in die Höhe schnellen lassen. Nein, das Risiko war mir dann doch zu groß. Alleine unterwegs, immer noch den Vortag in den Knochen, 1200 ‚Knieschnaggler-steile‘ Höhenmeter, das musste nicht sein.
So ging es gemütlich wieder zurück zum Soiernhaus und nach einer kleinen Pause in den Abstieg, dieses Mal nicht auf dem Lakaiensteig. In langen Kehren geht es auf der anderen Route runter bis zum Materiallift und von dort weiter auf einem Forstweg. Eine kleine Herausforderung sind die zusätzlichen hundert Höhenmeter langgezogen hinauf bis zur Fischbachalm in brennender Sonne. Die restlichen 600 Höhenmeter muss man von dort eben irgendwie runterschnurren auf der bereits vom Aufstieg bekannten, sich endlos ziehenden Schotterstraße.
Die Tour: Wanderparkplatz Krün (der Einstieg übrigens auch mit Bahn und Bus ab Garmisch erreichbar) – Fischbachalm 600 Höhenmeter, ca. 90-120min auf sich lange hinziehender Forststraße, Fischbachalm – Soiernhaus über Lakaiensteig 200 HM, ca. 70min, ausgesetzter Steig, aber gut zu gehen, über Hundstall 300HM, ca. 90min.
Soiernhaus – Schöttelkarspitze 400HM, ca. 70min, Abstieg über Hundstall von Schöttelkarspitze bis Krün 1300HM, ca. 3 1/2 Stunden.
Seit nunmehr fast drei Jahren besitze ich kein Auto mehr, was mir zugegeben zu Beginn und auch heute noch manchmal fehlt. Tatsächlich habe ich in dieser Zeit ohne Auto begonnen, meine nähere Umgebung mit dem Fahrrad und zu Fuß zu erkunden.
Glücklicherweise lebe ich in einer Stadt, die nicht nur von zwei Flüssen (Lech und Wertach) und ihren Auen geprägt ist, sondern im Westen zudem an einen ca. 1200km² großen Naturpark grenzt.
‚The Pond‘
Wie der Name ‚Naturpark Augsburg – Westliche Wälder‘ schon vermuten lässt, handelt es sich um ein sehr großes Waldgebiet. Ein bunter Mischwald in hügeligem Auf und Ab prägt das Bild, aufgelockert durch Wiesen, Flußtäler, viele kleine Seen, ein ausgiebiges Wegenetz, eine Handvoll Waldgaststätten und jede Menge kleine Orte.
Dass ich auf meinen oft spontanen, meist eher kurzen Ausflügen in die Wälder nur einen kleinen Bruchteil des Gebietes erwandert habe ist klar. Dennoch entdecke ich immer wieder Neues und genieße es, die Natur im Wechsel der Jahreszeiten zu beobachten.
Engelshof
An den meisten Tagen, selbst an Wochenenden, ist man relativ einsam unterwegs, hier mal ein Jogger, Radler oder eine kleinere Wandergruppe, auf größere Menschenansammlungen trifft man lediglich in den Gaststätten/Biergärten. Und ja, verlaufen kann man sich durchaus, denn nur die Hauptwanderwege sind gut ausgeschildert, eine Orientierung über die vielen kleine Pfade muss man sich erst erarbeiten.
Eine von meinem Ausgangspunkt Wellenburg wunderbare Halbtageswanderung führt in einem Rundweg von ca. 14km über das Anhauser Tal, die Maderquelle zurück nach Wellenburg. Oder von Wellenburg startend in ca. 12km entweder über den Jakobsweg oder
Kloster Oberschönenfeld
weiter nördlich wiederum durchs Anhauser Tal nach Kloster Oberschönenfeld. Von hier kann man in weiteren drei Kilometern nach Gessertshausen zum Bahnhof laufen und den Zug zurück nach Augsburg nehmen.
…und was man sonst so am Wegesrand entdecken kann…